
Sommerferien mit Kindern: Entspannt bleiben beim unperfekten Ausflug
Ferien mit Kindern: Entspannt bleiben beim unperfekten Sommerausflug
Hast Du Dir für diesen Sommer auch diese wunderschönen, weichgezeichneten Postkarten-Momente ausgemalt? Diese Momente, die man gefühlt durchgängig bei Social-Media sieht und auf die man sich einfach so richtig freut? 🤩
Du packst gut gelaunt die leckersten Dinge in den Picknickkorb, schmierst die Kinder mit Sonnencreme ein und brichst auf zu einem harmonischen Tagesausflug. Hach, herrlich! 😊
Und dann klopft die Realität an. Und zwar laut!
Schon nach zehn Minuten im Auto fliegt die erste Trinkflasche durch die Gegend, lautstark begleitet mit den Worten "Die Flasche ist blöd!". Die Wespen erklären das Picknick zur Sperrzone und attackieren jeden, der sich in die Nähe ihrer (!!!) Wassermelone traut. Das mühsam finanzierte Eis schmilzt schneller, als man "Urlaubsstimmung" sagen kann und das teure Ticket für den Freizeitpark endet in einem epischen Streit darüber, wer zuerst mit welchem Elternteil fahren darf.
Willkommen im Juli. Willkommen in den Sommerferien! 😎
Erwartung vs. Realität: Der Social-Media-Urlaub im Kopf
Viele von uns neigen dazu, vor allem in der Ferienzeit, einen enormen Druck aufzubauen. Wir haben nur so wenige Sommerurlaube mit den Kindern, bevor sie ihren eigenen Weg gehen. Bevor es seine Zeit lieber mit Freunden oder auch allein verbringen möchte.Der Sommer muss also großartig werden. Jeder Ausflug muss unvergesslich sein.
Doch das Leben hält sich selten an Drehbücher. Und das gilt eben auch, oder vielleicht sogar besonders, für das Leben mit Kindern.
Aus meiner jahrelangen Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Familien und auch meinen privaten Erlebnissen weiß ich:
Die größten Enttäuschungen entstehen nicht, weil ein Ausflug schlecht war. Sie entstehen, weil unsere Erwartungen vorher einfach astronomisch hoch waren.
Doch besonders jüngere Kinder haben oftmals eine faszinierende Eigenschaft: Sie leben absolut im Hier und Jetzt.
Ihnen ist es völlig egal, ob der Ausflug viel Geld gekostet hat oder ob das Ausflugsziel besonders toll und wertvoll auf Social Media aussieht.
Während Du im Kopf also noch die To-Do-Liste für den perfekten Tag durchgehst, hat sich das Kind längst auf dem Parkplatz erfreut, weil die Pfütze dort so herrlich spiegelt, eine Ameisenstraße entdeckt, die wahnsinnig spannend ist oder sich einfach nur auf die Zeit mit Dir gefreut.
Deine ungeteilte Aufmerksamkeit, die nur auf Euch und Eurem Zusammensein liegt. ♥️
Was tun, wenn beim Ausflug alles schiefgeht?
Wenn wir ehrlich sind, sind es doch genau die unperfekten Momente, über die wir noch Jahre später am Kaffeetisch lachen. Momente wie: Weißt Du noch, als das Auto im Matsch an dem See feststeckte? Oder als wir wegen des Platzregens im Auto gepicknickt haben?Für das eigene Ich und die Entwicklung von Kindern sind diese ungeplanten Brüche im Alltag oftmals Gold wert.
Denn die Kinder lernen dabei etwas Elementares: Das Leben ist flexibel. Und die Erwachsenen sind es auch.
Wenn Du den Druck für Dich selbst herausnimmst, dass alles perfekt laufen muss, schaffst Du überhaupt erst den Raum für echte, unverkrampfte Verbindung.
3 Tipps für entspannte Ausflügen mit Kindern
Wie schaffst Du es also, die Nerven zu behalten, wenn der Ausflug mal wieder komplett in eine andere Richtung läuft als geplant?Mal ehrlich: Ich kenne solche Momente nur zu gut. Genau aus diesem Grund findest Du hier drei kleine, alltagserprobte Perspektivenwechsel für Deinen Sommer, die bei uns oftmals wunderbar funktionieren und es daher auch bei Dir können:
- Verabschiede Dich vom „Durchziehen“:
Wenn die Luft raus ist, ist die Luft raus. Es ist keine Schande, einen Ausflug nach zwei Stunden abzubrechen, weil alle müde sind. Ein entspannter Nachmittag auf der Decke im eigenen Garten ist tausendmal wertvoller als ein erzwungener Marathon im Erlebnispark.
Und ja ich weiß, dass diese Aktivitäten viel Geld kosten. Aber wenn wir ehrlich sind hat auch keiner etwas davon, wenn sie nur deswegen schlecht gelaunt durchgezogen werden.
Eine Alternative, falls einige Familienmitglieder noch Lust haben und andere nicht: Teilt Euch auf. Die einen machen weiter Aktion, die anderen entspannen sich. Und später trefft ihr Euch wieder. Ja, auch wenn ihr den Tag eigentlich als komplette Familie verbringen wolltet. - Die Magie der kleinen Dinge zulassen:
Plane bewusst Pufferzeiten ein, in denen „nichts“ passiert. Lass das Kind bzw. die Kinder das Tempo bestimmen.
Und wenn das bedeutet, eine halbe Stunde lang Steine in einen Bach zu werfen, statt den Wanderweg zu vollenden? Dann ist das genau der perfekte Moment für das Kind. - Humor als Schutzschild: Wenn das Eis im Sand landet und die Laune im Keller ist, hilft oftmals nur ein lautes Lachen. Denn seien wir mal ehrlich: Man kann sich darüber ärgern… Aber das Eis, liegt trotzdem im Sand.
Sag Dir stattdessen laut und deutlich in Deinem Kopf: „Das wird ein großartiges Kapitel in meinen Memoiren.“
Das nimmt der Situation sofort die Schärfe.
Atme durch!
Du siehst, der Sommer muss nicht perfekt sein, um wunderschön zu sein. Gönn Dir selbst die Erlaubnis, Erwartungen auch mal über Bord zu werfen.Und ja das sage ich. Ich, die alles haarklein plant. Die auch immer alles perfekt und einfach schön haben möchte. Die möchte, dass die Kinder eine großartige Zeit haben und wundervolle Erinnerungen sammeln können.
Doch auch ich sage mir immer wieder: Am Ende des Tages erinnern sich Kinder nicht immer nur an das perfekte Timing oder das teuerste Event. Sie erinnern sich an das Gefühl, dass Du an ihrer Seite entspannt, nahbar und einfach da warst.
Auch mit Sand im Eis oder dem Auto, dass im Matsch festgefahren war. Oder vielleicht auch gerade aus diesen Gründen. 😉
In diesem Sinne: Genieße die unperfekten Momente dieses Sommers und hab eine tolle Zeit! ☀️
Oh und zum Schluss bin ich noch einmal neugierig: Was war der lustigste oder chaotischste Moment Eures bisherigen Sommers? Schreib es mir gern in die Kommentare.
Wunderbar positive Grüße
Mira
Über die Autorin - Mira DahmHey, ich bin Mira. | ![]() |
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